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Sprachdidaktisches Kolloquium

Wintersemester 2018/2019


Das Sprachdidaktische Kolloquium wird gemeinsam vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln und dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache ausgerichtet.

Die Veranstaltungen finden jeweils von 18.00 Uhr (wir beginnen pünktlich) bis 19.30 Uhr im Raum S 253 in der Classen-Kappelmann-Straße 24 statt. Die letzte Veranstaltung des Semesters wird gemeinsam mit dem Literaturdidaktischen Kolloquium im Seminarraum S 180 des Modulbaus der Humanwissenschaftlichen Fakultät abgehalten.

Zu den Veranstaltungen laden wir ausdrücklich auch unsere Studierenden ein.

Gäste sind herzlich willkommen.

Das Sprachdidaktische Kolloquium verfügt über einen E-Mail-Verteiler, über welchen regelmäßig Einladungen zu den entsprechenden Terminen, sowie die Abstracts oder gegebenenfalls kurzfristige Änderungen bekannt gegeben werden. Um sich in diesen Verteiler einzufügen, um ebenfalls per E-Mail informiert zu werden, tragen Sie sich bitte hier in den Verteiler ein.

23.10.2018: Prof. Dr. Tanja Sturm (Westfälische Wilhelms-Universität)

"Konstruktion und Bearbeitung von Leistungsdifferenz – ein Vergleich professioneller Unterrichtsmilieus aus Deutschland und den USA"


Dass Leistung eine bzw. die zentrale Differenzdimension in den Schulsystemen der deutschsprachigen Länder darstellt, konnte vielfach in unterschiedlichen Studien des deutschsprachigen Raums gezeigt werden (Rabenstein, Reh, Ricken & Idel, 2013; Sturm, 2010; Sturm & Wagner-Willi, 2015). Dabei konnte rekonstruiert werden, dass die Praxis der Herstellung und Bearbeitung von Leistungsdifferenzen über unterschiedliche Schulformen und Sozialräume hinweg individualisierend und hierarchisiert erfolgt. Ziel des Vortrags ist es, der Frage nachzugehen, ob und inwiefern die rekonstruierte unterrichtliche Praxis sich durch die Mehrgliedrigkeit des Schulsystems erklären lässt. Durch einen Vergleich mit der Praxis von Lehrpersonen, die in den USA unterrichten, also in einem Schulsystem, das keine vergleichbare hierarchisierte Unterscheidung von Bildungsgängen vornimmt, wird dieser Frage im Rahmen des Projekts Differenzkonstruktionen in unterrichtlichen Praktiken – internationale vergleichende Betrachtungen (Sturm, 2018)nachgegangen. Die empirische Annäherung erfolgte mithilfe von Gruppendiskussionen, die anknüpfend an die Praxeologische Wissenssoziologie mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet wurden (Bohnsack, 2014). Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Schüler/-innen in den USA nicht in vergleichbarer Art und Weise wie im deutschsprachigen Raum entlang von besser/schlechter (Luhmann, 2002) miteinander verglichen werden. Folglich zeigt sich, dass die Konstitution des Schulsystems eine Bedeutung für die Genese unterrichtlicher Praxis darstellt.

27.11.2018: Prof. Dr. Holger Hopp (TU Braunschweig)

"Mehrsprachigkeit und früher Fremdsprachenunterricht"

In diesem Vortrag stelle ich das Projekt „MEG-SKoRe – Sprachliche und kognitive Ressourcen der Mehrsprachigkeit im Englischunterricht der Grundschule“ (www.megskore.de; BMBF FKZ: 01JM1702A/B) vor. Ziel von MEG-SKoRe ist es, eine empirisch gestützte Fachdidaktik der Mehrsprachigkeit im Primarbereich abzuleiten, zu implementieren und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Ausgehend von den Befunden einer Querschnittsstudie mit 200 Grundschüler/innen, die die Bedeutung von Wortschatz in der Herkunftssprache und phonologischer Bewusstheit auf den frühen Englischerwerb belegt, erproben wir derzeit an vier Grundschulen im Englischunterricht den Einbezug von Herkunftssprachen und Übungen zur phonologischen Bewusstheit in einem Kontrollgruppendesign. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf Konzeption und Umsetzung der didaktischen Elemente und der Überprüfung ihrer Wirksamkeit in Hinblick auf Englischkompetenzen, Einschätzungen und Unterrichtsbeteiligung von einsprachigen und mehrsprachigen Schüler/innen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der gemeinsamen Diskussion der Potenziale und Grenzen einer Verschränkung von Fachdidaktik und Mehrsprachigkeitsdidaktik in der Primarstufe.

11.12.2018: Prof. Dr. Susanne Riegler (Universität Leipzig)

"Schrift gebrauchen - Schrift verstehen. Orthographieerwerb im Spannungsfeld zwischen sinnhaftem Schreiben und Systematik der Schrift"

Eine der wichtigsten Aufgaben der ersten Grundschuljahre besteht darin, Kinder in die Welt der Schrift einzuführen und sie zu kompetenten Lesern und Schreibern zu machen. Mit Blick auf den Orthografieerwerb geht es dabei grundsätzlich um zweierlei: Einerseits soll der Anfangsunterricht die Kinder dazu anregen, die Sinnhaftigkeit von Schrift zu entdecken und schreiben zu wollen, andererseits soll er sie darin unterstützen, die Systematik der Schrift zu erschließen und richtig schreiben zu können.

Im Vortrag sollen die Grundzüge einer Konzeption vorgestellt und begründet werden, die Systemerwerb und frühen Schriftgebrauch nicht als unvereinbare Gegensätze betrachtet, sondern beide Prinzipien in ihrer Bedeutung für den Orthografieerwerb anerkennt und sie von Beginn an gleichrangig im Anfangsunterricht berücksichtigt. Wie zu zeigen sein wird, kommt dabei der Silbe als strukturellem Bindeglied zwischen dem Verstehen des Schriftsystems und dem frühen sinnhaften Gebrauch von Schrift besondere Bedeutung zu.


15.01.2019: Prof. Dr. Miriam Morek (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Vivien Heller (Bergische Universität Wuppertal)

"Diskurserwerbsförderliche Gesprächsführung im Deutschunterricht: Überlegungen zur Professionalisierung von Lehrpersonen"

Komplexe Diskurspraktiken wie Erklären und Argumentieren sind wesentliches Vehikel mündlicher Kommunikations- und Lernprozesse im Fachunterricht. Diskurskompetenzen stellen somit ein wesentliches Lernziel nicht nur, aber auch des Deutschunterrichts dar. Dass bestimmte, fordernd-unterstützende Verfahren in der Erwachsenen-Kind-Interaktion den Aufbau entsprechender Fähigkeiten fördern, haben empirische Arbeiten der Diskurserwerbsforschung nachgewiesen. Auch in Unterrichtsinteraktionen lässt sich vereinzelt die Nutzung institutioneller Varianten dieser interaktiven Verfahren beobachten. Bislang ungeklärt ist jedoch die Frage, ob und wie sich diskurserwerbsförderliche Verfahren durch Professionalisierungsmaßnahmen systematisch in den Unterricht transferieren lassen. Ausgehend von Forschungsergebnissen zu lehrerseitigen Orientierungen in der Wahrnehmung unterrichtlicher Prozesse und zur Veränderbarkeit von Gesprächsverhalten wird diskutiert, auf welche Anforderungen Professionalisierungsmaßnahmen reagieren müssen, um erwerbswirksame Veränderungen auf Ebene des Lehrerhandels in Unterrichtsgesprächen zu induzieren.


22.01.2019: Prof. (em.) Dr. Juliane Köster

"Auch Kompetenzen dienen der Wissensproduktion. Zum Verhältnis zweier bildungspolitischer Zielsetzungen'"


Abstract folgt in Kürze.