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Seit Frühjahr 2014 läuft am Institut für Altertumskunde der Universität zu Köln (Abteilung Byzantinistik und Neugriechische Philologie sowie Abteilung Klassische Philologie) das DFG-Projekt „Das Alt-Jerusalemer Orationale (Euchologion) in georgischer Überlieferung. Vergleichende Edition, Übersetzung, Kommentare.“ In seiner ersten Phase befasst sich das Vorhaben mit den Feiern der Taufe und kirchlichen Initiation nach Jerusalemer und palästinischer Tradition, die herausgegeben, übersetzt und liturgievergleichend untersucht werden.

 In diesem Rahmen veranstaltete das Projekt am 21. und 22. Januar 2016 in den Räumlichkeiten der Fritz-Thyssen-Stiftung eine internationale Arbeitstagung über die unterschiedlichen Tauftraditionen der altkirchlichen Patriarchate des Ostens – Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem – sowie deren Tochterkirchen – Äthiopien, Armenien, Georgien, Slavia Orthodoxa und Zypern. 

Dazu begrüßen konnte Professorin Claudia Sode führende Fachvertreter der ostkirchlichen Liturgiewissenschaft. Marcel Metzger (Strasbourg) referierte über die Taufriten der altchristlichen Kirchenordnungen (2. Bis 4. Jh.). Tinatin Chronz, Mitarbeiterin des Projektes, stellte die Alt-Jerusalemer Initiation in altgeorgischer Fassung und deutscher Übersetzung vor. Über das jüngst nach den ältesten Handschriften edierte armenische Große Euchologion mit den Texten auch des Taufgottesdienstes berichtete Charles Athanase Renoux (En Calcat, Frankreich). Den verschiedenen Taufordines der Kirchen des antiochenischen und syrischen Raumes war der Vortrag von Sebastian Brock (Oxford) gewidmet. Das melkitische Patriarchat Alexandrien sowie die Taufe nach koptischer Tradition waren Gegenstand des Vortrages von Heinzgerd Brakmann (Bonn). Alessandro Bausi (Hamburg) sprach über ein kürzlich wiederentdecktes Taufbuch spätantiker Zeit, das sich in äthiopischer Übersetzung erhalten hat. Über Katechumenat und Taufe in der Hagia Sophia zu Konstantinopel nach den ältesten griechischen Quellen handelte der Vortrag von André Lossky (Paris). Die Sondertraditionen der seit alters autonomen Kirche von Zypern beleuchtete Gregorios Ioannides (Nikosia). Tatyana Afanasyeva (Sankt Petersburg) stellte die Zeugnisse der byzantinisch-slavischen Taufriten auf der Basis von Handschriften des 11. bis 14. Jh. vor.

Die informativen Vorträge mit lebhaften Diskussionen sowie zahlreiche Einzel- und Gruppengespräche in den Pausen förderten das Ziel des Workshops: die Erhellung von Eigenheiten der Jerusalemer Taufliturgie und ihrer Interaktion mit den Gottesdienstordnungen der Nachbarkirchen Palästinas.

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